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Europas Start-ups wachsen schneller als das verfügbare Wagniskapital

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Die europäische Start-up-Landschaft wächst deutlich, doch das verfügbare Wagniskapital hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Nach einer Analyse des Venture-Capital-Investors Antler verschärft sich insbesondere in der Frühphase der Wettbewerb um Finanzierungen. Während besonders wachstumsstarke Unternehmen weiterhin vergleichsweise gute Chancen auf Kapital haben, wird die Finanzierung für andere junge Firmen schwieriger.

Bis 2025 ist die Zahl der Unternehmensgründungen in Europa laut Antler um 84 Prozent gestiegen. Gemessen an der wachsenden Zahl neuer Unternehmen erhalten jedoch anteilig weniger Start-ups Unterstützung von Investoren. Damit trifft eine steigende Zahl potenzieller Finanzierungsziele auf ein begrenztes Kapitalangebot.

Antler-Partner Christoph Klink, Autor der Studie, beobachtet deshalb eine zunehmende Zweiteilung des Marktes. Unternehmen mit außergewöhnlich hohen Wachstumsaussichten können weiterhin größere Finanzierungsrunden erreichen. Start-ups mit einem langsameren, schrittweisen Wachstum müssen dagegen häufiger frühzeitig auf Profitabilität setzen und ihre weitere Expansion stärker aus eigenen Einnahmen finanzieren.

**Künstliche Intelligenz erleichtert Unternehmensgründungen**

Ein wesentlicher Faktor für die steigende Zahl neuer Unternehmen ist der technologische Fortschritt. Insbesondere künstliche Intelligenz senkt die Einstiegshürden für Gründer. Produkte und Geschäftsmodelle lassen sich heute schneller entwickeln und testen, ohne bereits in der Anfangsphase umfangreiche Programmier- oder Ingenieurteams aufbauen zu müssen.

Die niedrigeren Gründungshürden führen allerdings dazu, dass Investoren aus einer deutlich größeren Zahl potenzieller Beteiligungen auswählen können. Gleichzeitig steigen ihre Anforderungen an junge Unternehmen.

Eine überzeugende Geschäftsidee allein reicht insbesondere bei Start-ups, deren Bewertung stark von wiederkehrenden Umsätzen abhängt, zunehmend nicht mehr aus. Investoren erwarten früher belastbare Hinweise auf eine funktionierende Marktnachfrage, Fortschritte bei der Produktentwicklung sowie erste Umsätze und messbares Wachstum.

Bei Deep-Tech- und Hardware-Unternehmen gelten teilweise andere Voraussetzungen. Hier können die Erfahrung, Reputation und bisherigen Erfolge der Gründer weiterhin eine größere Rolle bei frühen Finanzierungsentscheidungen spielen.

**Kapital konzentriert sich auf weniger Unternehmen**

Zusätzlich verschärft eine sinkende Zahl aktiver Investoren die Finanzierungssituation. Das vorhandene Kapital konzentriert sich laut Antler zunehmend auf wenige Unternehmen mit besonders hohen Wachstumserwartungen.

Auch die Entwicklung großer Venture-Capital-Fonds trägt dazu bei. Mit zunehmender Fondsgröße benötigen Investoren entsprechend große Beteiligungserfolge, um ihre Renditeziele zu erreichen. Dadurch können selbst Start-ups, die langfristig Bewertungen von mehr als einer Milliarde Dollar erreichen könnten, für bestimmte große Fonds weniger attraktiv sein.

Für das europäische Start-up-Ökosystem entsteht damit eine Finanzierungslücke zwischen Unternehmen mit außergewöhnlichen Wachstumsperspektiven und Firmen, die zwar wirtschaftliches Potenzial besitzen, aber langsamer skalieren.

**Antler fordert mehr institutionelles Kapital**

Um die Finanzierungsbasis europäischer Start-ups zu verbreitern, fordert Antler eine stärkere Beteiligung institutioneller Kapitalgeber. Insbesondere Pensionsfonds sollten sich demnach nicht ausschließlich auf spätere und größere Finanzierungsrunden konzentrieren, sondern stärker zur Finanzierung früher Unternehmensphasen beitragen.

Auch staatliche Co-Investment-Programme könnten ihr Kapital nach Ansicht von Antler breiter verteilen. Ein vielfältigeres Investorenumfeld soll nicht nur mehr jungen Unternehmen Zugang zu Wagniskapital ermöglichen, sondern gleichzeitig den Aufbau einer neuen Generation von Venture-Capital-Managern unterstützen.

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